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BeitragVerfasst: 11.06.2013 13:14 
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Elwoodjblues hat geschrieben:
Atomenergie ist so ein Beispiel für Umwelt und Überstunden und gesteigerter Stress für Gesundheit.
:shock: Da bist du bei mir ja genau an der richtigen Adresse. Atomenergie ist wirklich ein Beispiel, ein Beispiel nämlich dafür, wie durch gezielte Fehlinformation hervorgerufener öffentlicher Druck in der Politik zu letztlich für das Land schädlichen Entscheidungen führt, wirtschaftlich, aber noch viel mehr für die Umwelt. Unsere Frau Bundeskanzlerin hat damit meines Erachtens eindeutig gegen ihren Amtseid verstoßen. Fragt sich hierzulande eigentlich auch mal jemand, warum wir Deutschen die einzigen sind, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben? Offensichtlich haben wir sie aber gut verdaut und herausgekommen ist das, was man gewöhnlich als Verdauungsprodukt kennt.
bravado hat geschrieben:
Zum Glück gibt es sehr viele Menschen, denen der Beruf Berufung ist oder die ihn zumindest mit Spaß und Leidenschaft ausführen.
Ich darf mich zu dieser letzteren Gruppe zählen.
Ich zähle mich eindeutig auch dazu. Deshalb konnte ich Elwoods Atomenergieaussage auch nicht unkommentiert lassen. :lol:



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 14:25 
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Nun ja, ich persönlich sehe das mit der Atomenergie sehr kritisch denn diese Technik kann niemals wirtschaftlich sein wenn man alle möglichen Sicherheitsvorkehrunge regide durchziehen würde UND die Entsorgung auch gleich mit finanzieren müsste. Aber solange aus Wirtschaftlichen Gründen viele Sicherheitsvorkerungen nicht richtig getroffen, geschlampt wird oder die Entsorgung des Mülls nicht sicher gestellt ist ist der Ausstieg aus dieser unverantwortlichen Technik die den Horizon eines Menschen ganz klar übersteigt zwingend notwendig.

Edit:

Um das noch etwas zu präzesieren:

Fokushima und Tschernobyl sind natürlich die besten Argumente für den Ausstieg. Natürlich kann man die Bedingungen die zu den jeweiligen GAUs führten nicht mit unseren Reaktoren vergleichen. Doch darum geht es nicht. Es geht um das Risko an sich. In jeder Anlage, egal wie gebaut steckt ein gewisses Gefahrenpotential das man nie einschätzen kann. Die Folgen einer Katastrophe sind da so unvorhersebar. Genauso wie die möglichen Schäden das niemand eigentlich die Verantwortung dafür übernehmen kann. Dazu kommt noch das je älter ein System wird um so anfälligerd wird es für unvorhersehbare Schäden.

Damals als man die Technik eingeführt hat hat man uns versucht mit Statistiken zu beschwichtigen das die Chance eines Gaus so gering ibis fast unmöglich sei. Nun wir haben seit den erstenn Atomkraftwerken, ende der 60er müsste das gewesen sein, Zwei Katstrophen der Stufe 7 (nach INES) einen der Stufe 6 vier der Stufe 5. die restlichen Stufen kann man hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Internatio ... hweregrade

Bei einigen war es pures Glück das nicht noch mehr passiert ist. Bei dem Vorfall in Schweden (ich weiß nicht mehr welcher Reaktor das genau war) kam es nicht zu einem GAU weil durch purer Zufall die Notfallgeneratoren DOCH noch angesprungen sind obwohl sie laut dem damaligen Schaden hätten nicht funktionieren dürfen. Bei demm Unfall der Stufe 6 hätte man eignetlich auch zu Stufe 7, der höchsten zählen können. Hierbei immer noch von Risiko gleich null zu sprechen ist um es milde auszudrücken: DUMM.

Edit2:

um noch aus eigener Erfahrung zu sprechen. Ich durfte damals zum Jahrestag von Tschernobyl mit Strahlenopfern von damals Interviews führen. Es war um es kurz zu fassen Hölle! Den Ausmaß dieses Leidens kann man sich nicht vorstellen. Einer der Gründe warum ich so wehemend gegen diese Technik bin.


Zuletzt geändert von Elwoodjblues am 11.06.2013 14:52, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 11.06.2013 14:29 
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bravado hat geschrieben:
@Elwood
dazu zwei Anmerkungen:
die andere Seite der Medaille ist, dass z.B. heute kein Deutscher (sorry für diese etwas platte Verallgemeinerung) mehr Spargel stechen will.
Es ist also nicht nur eine Frage der Verfügbarkeit günstigerer Arbeitskräfte aus dem Osten, sondern dass sich hier Leute einfach zu schade sind für bestimmte Arbeiten.

Was ich ungeachtet dessen für eine riesige Sauerei halte, sind die Dumpinglöhne, die in diesem Land teilweise gezahlt werden.
Wenn Arbeit nicht zum Leben reicht, dann läuft was schief. Und hier ist weiß Gott genug Kohle vorhanden.

Und was ich gar nicht einsehe, ist, dass ich von meinem sauer verdienten Geld mitbezahle, dass Unternehmen Mitarbeiter aufstocken lassen.
Mir sind hier bei mir in der Gegend mind. 5 Firmen bekannt, die das ausnutzen, obwohl sie bei guter Auftrags- und Ertragslage den Mitarbeitern das volle Entgelt bezahlen könnten.
So wie man vollkommen zu Recht Hartz-4-Betrügern an den Kragen geht, so konsequent muss man den Firmen an den Kragen gehen, die diese eigentlich sehr sinnvolle Regelung zur Gewinnsteigerung missbrauchen.


Ich würde eher sagen kein Deutscher (um deine platte formulierung aufzugreifen) würde für diesen Lohn Spargel Stechen. Ich wette das würde hier auch keiner machen.



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 15:15 
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Elwoodjblues hat geschrieben:
Ich würde eher sagen kein Deutscher (um deine platte formulierung aufzugreifen) würde für diesen Lohn Spargel Stechen. Ich wette das würde hier auch keiner machen.


Wie viel verdient man denn so als Spargelstecher?



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 15:25 
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bravado hat geschrieben:
Elwoodjblues hat geschrieben:
Ich würde eher sagen kein Deutscher (um deine platte formulierung aufzugreifen) würde für diesen Lohn Spargel Stechen. Ich wette das würde hier auch keiner machen.


Wie viel verdient man denn so als Spargelstecher?


Gehe mal von maximal 6 bis 8 Euro die Stunde aus. Brutto natürlich!



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 17:46 
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Hab keine Ahnung, wie "hoch" der Stundenlohn ist, hab nur mal gelesen, dass die polnischen (oder andere östlichen) Erntehelfer schon letztes Jahr nicht mehr kamen (oder zumindest weniger als in den Jahren zuvor) und lieber nach England sind, weil sie da besser bezahlt werden ...



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 17:50 
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Elwoodjblues hat geschrieben:
Nun ja, ich persönlich sehe das mit der Atomenergie sehr kritisch denn diese Technik kann niemals wirtschaftlich sein wenn man alle möglichen Sicherheitsvorkehrunge regide durchziehen würde UND die Entsorgung auch gleich mit finanzieren müsste. Aber solange aus Wirtschaftlichen Gründen viele Sicherheitsvorkerungen nicht richtig getroffen, geschlampt wird oder die Entsorgung des Mülls nicht sicher gestellt ist ist der Ausstieg aus dieser unverantwortlichen Technik die den Horizon eines Menschen ganz klar übersteigt zwingend notwendig.

Edit:

Um das noch etwas zu präzesieren:

Fokushima und Tschernobyl sind natürlich die besten Argumente für den Ausstieg. Natürlich kann man die Bedingungen die zu den jeweiligen GAUs führten nicht mit unseren Reaktoren vergleichen. Doch darum geht es nicht. Es geht um das Risko an sich. In jeder Anlage, egal wie gebaut steckt ein gewisses Gefahrenpotential das man nie einschätzen kann. Die Folgen einer Katastrophe sind da so unvorhersebar. Genauso wie die möglichen Schäden das niemand eigentlich die Verantwortung dafür übernehmen kann. Dazu kommt noch das je älter ein System wird um so anfälligerd wird es für unvorhersehbare Schäden.

Damals als man die Technik eingeführt hat hat man uns versucht mit Statistiken zu beschwichtigen das die Chance eines Gaus so gering ibis fast unmöglich sei. Nun wir haben seit den erstenn Atomkraftwerken, ende der 60er müsste das gewesen sein, Zwei Katstrophen der Stufe 7 (nach INES) einen der Stufe 6 vier der Stufe 5. die restlichen Stufen kann man hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Internatio ... hweregrade

Bei einigen war es pures Glück das nicht noch mehr passiert ist. Bei dem Vorfall in Schweden (ich weiß nicht mehr welcher Reaktor das genau war) kam es nicht zu einem GAU weil durch purer Zufall die Notfallgeneratoren DOCH noch angesprungen sind obwohl sie laut dem damaligen Schaden hätten nicht funktionieren dürfen. Bei demm Unfall der Stufe 6 hätte man eignetlich auch zu Stufe 7, der höchsten zählen können. Hierbei immer noch von Risiko gleich null zu sprechen ist um es milde auszudrücken: DUMM.

Edit2:

um noch aus eigener Erfahrung zu sprechen. Ich durfte damals zum Jahrestag von Tschernobyl mit Strahlenopfern von damals Interviews führen. Es war um es kurz zu fassen Hölle! Den Ausmaß dieses Leidens kann man sich nicht vorstellen. Einer der Gründe warum ich so wehemend gegen diese Technik bin.

Ich bin echt beeindruckt. Du hast also Hochschulabschlüsse in Kerntechnik, Geologie, Philosphie und gleichzeitig Betriebswirtschaft, dass du das alles so genau weißt? Ich dachte immer du bist beim Fernsehen. :lol: Nee, nee, du darfst auch nicht alles glauben, was dir grüne Weltverbesserungsdilettanten erzählen. Wenn du wirklich möchtest, können wir das Thema gerne fachlich fundiert vertiefen, sollten dafür aber einen eigenen Fred aufmachen.

Die INES-Skala ist mir übrigens bestens bekannt. Da zeigt sich jetzt aber auch schon eine Schwäche. Dass Fukushima und Tschernobyl in eine Stufe eingruppiert werden, obwohl sie absolut nicht miteinander vergleichbar sind, ist nicht wirklich nachvollziehbar.

Die zwei Notstromgeneratoren in Forsmark mussten zwar von Hand gestartet werden, danach haben sie die Warte und auch das Notkühlsystem zuverlässig mit ausreichend Strom versorgt. Allerdings, ja, zugegeben, dass die anderen zwei nicht ansprangen, lag an mangelnder Wartung.

Ich gebe auch zu, dass man in Fukushima Glück hatte, dass der Wind den größten Teil der Freisetzungen auf den Pazifik hinausgetrieben hat. Ansonsten wäre das Gebiet deutlich größer geworden, das man hätte evakuieren müssen.

Ich kann mir vorstellen, dass eine solche Erfahrung, wie du sie mit dem Bericht über die Strahlenopfer aus Tschernobyl gemacht hast, prägt. Ich würde auch nicht das Risiko gleich null setzen. Ich plädiere aber sehr wohl dafür, Risiken richtig zu bewerten und miteinander zu vergleichen, dabei auch die Folgen anderer Technologien nicht außer Acht zu lassen und (politische) Entscheidungen auf der Grundlage eines möglichst objektiven Vergleichs der zur Verfügung stehenden Handlungsvarianten zu treffen.

Um hier jetzt einfach mal für mich selbst zu sprechen: Wie bewerte ich zurzeit meine Lebensrisiken? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendwann einmal sterbe ist exakt 100 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sein wird, dürfte in der Region 1/3 bis 1/2 liegen, durch eine Krebserkrankung bei ca. 20%, dass diese Krebserkrankung darauf zurückzuführen sein könnte, dass ich regelmäßig in kerntechnischen Einrichtungen bin, bei ungefähr 0,0001%, dass sie durch einen Unfall in einem Kernkraftwerk ausgelöst wird, bei weniger 0,000000001% (dass sie durch falsches Essen, Schadstoffe im Essen oder Alkoholgenuss ausgelöst wird liegt dann schon wieder im Prozentbereich, also größer 1%). Die Wahrscheinlichkeit bei einem Autounfall ums Leben zu kommen, liegt bei mir, da ich viel mit dem Auto unterwegs bin, bei etwa 0,5 bis 0,6%, die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz das zeitliche zu segnen, etwa bei 0,002% und das, obwohl ich auch sehr viel mit dem Flugzeug unterwegs bin. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich durch einen Autounfall ums Leben komme wird sich durch die neuen Hochspannungstrassen, die jetzt gebaut werden, um den Strom aus den Off-Shore-Windparks in den Süden zu bekommen, übrigens ungefähr verdoppeln, die Wahrscheinlichkeit bestimmter Krebserkrankungen auch. Scheiße, daran hat ja noch gar keiner gedacht, die Wahrscheinlichkeit, dass mein Leben vorzeitig endet, steigt durch den Atomausstieg insgesamt ja...

Um welches dieser Risiken sollte ich mich deiner Meinung nach jetzt bevorzugt kümmern, um mein Leben möglichst zu verlängern? (Die Zahlen sind natürlich nicht ganz exakt richtig, die Größenordnungen düften aber ungefähr stimmen.) Wie gesagt, das sollten wir vielleicht an anderer Stelle weiter diskutieren.



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 18:01 
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the watchmaker hat geschrieben:
Elwoodjblues hat geschrieben:
Atomenergie ist so ein Beispiel für Umwelt und Überstunden und gesteigerter Stress für Gesundheit.
:shock: Da bist du bei mir ja genau an der richtigen Adresse. Atomenergie ist wirklich ein Beispiel, ein Beispiel nämlich dafür, wie durch gezielte Fehlinformation hervorgerufener öffentlicher Druck in der Politik zu letztlich für das Land schädlichen Entscheidungen führt, wirtschaftlich, aber noch viel mehr für die Umwelt. Unsere Frau Bundeskanzlerin hat damit meines Erachtens eindeutig gegen ihren Amtseid verstoßen. Fragt sich hierzulande eigentlich auch mal jemand, warum wir Deutschen die einzigen sind, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben? Offensichtlich haben wir sie aber gut verdaut und herausgekommen ist das, was man gewöhnlich als Verdauungsprodukt kennt.
bravado hat geschrieben:
Zum Glück gibt es sehr viele Menschen, denen der Beruf Berufung ist oder die ihn zumindest mit Spaß und Leidenschaft ausführen.
Ich darf mich zu dieser letzteren Gruppe zählen.
Ich zähle mich eindeutig auch dazu. Deshalb konnte ich Elwoods Atomenergieaussage auch nicht unkommentiert lassen. :lol:


Ich denke, dass die "doppelte Atomwende" - also erst den von Rot-Grün eingeleuteten Atomausstieg wieder rückgängig zu machen (Dank dem Einfluss der Atomlobby) um dann nach Fukushima festzustellen, dass die ach so sicheren deutschen Kraftwerke vielleicht doch nicht soooo sicher sind (bzw. das berühmte Restrisiko besteht; die japanischen galten doch auch als todsicher ...) - den Atomausstieg richtig teuer gemacht hat. Und: dass die Strompreise jetzt so steigen, liegt ja wohl kaum am Atomausstieg, sondern eher an der Abzocke der Stromkonzerne, die Dank Rösler & Co. ja nach wie vor weitgehend Narrenfreiheit haben. Hab mal im schweizer Fernsehen eine Reportage gesehen, in der sich schweizer Betreiber von z.B. Wasserkraftwerken über die Dumpingpreise von deutschem Strom auf dem europ. Markt beschwert haben ...
Warum war der saubere und billige Atomstrom bisher so billig: Weil Abtransport, Entsorgung & Co. vom Atommüll nicht von den Stromgebühren bezahlt wurden, sondern Monat für Monat mit unserer Steuer eingezogen wurde. Wenn alternative Energien ebenso steuerlich gefördert werden, wie die jahrelange Milliarden-Subvention der Atomindustrie, wäre der Strom in Zukunft sicher auch wieder bezahlbar ... ganz abgesehen von den "Entlastungen" für Grossverbraucher, die sonst ins Ausland abwandern würden (wie Bahn, Golfplätze, etc.)



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 18:58 
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Ja, da wäre ein eigener Thread sicher notwendig da wir uns vom eigentlichen Thema entfernen. Aber lass mich noch was dazu sagen: Zahlen und Statistken sind toll und können so einiges belegen. Doch "We are only human, it's not ours to understand" geht es mehr um eine gefühlte Sicherheit und die ist bei der Atomtechnik bei den Meisten Menschen einfach dahin. Hier kannst du mit X weiteren Zahlen kommen, du wirst sie nicht überzeugen können, da man sie schon vorher mit den "ach so sicherenn Werken" bewusst oder unbewusst in die Irre geführt hat. Die Technik an sich mag ja weitgehend Sicher sein. Doch der Mensch der sie bedienen, lenken und führen soll ist es nicht. Solange Profit vor Sicherheit und Schutz geht, solang richtige Aufklärung bei Störfällen nebensächlich bleibt kann es einfach nicht funktionieren. Und ich persönlich wüsste jetzt nicht welche Energie Technologie so ein hohes Gefahren Potential in sich trägt wie die Kernenergie. Die Frage ist also warum soll man dieses Risiko eingehen wenn man Problemlos darauf verzichten kann. Bis heute hatten wir noch keines der gedrohten Blackouts. Im Gegenteil wir expotieren immer noch Strom.

Nächster Punkt ist und bleibt die Entsorgen des Mülls. Ein Müll der Länger hält als wir denken können. Also ein vernünftiges Endlager zu finden halte ich so gut wie für unmöglich.


Im übrigen habe ich eine abgeschlossene Ausbildung zum Physiklaboranten hinter mich gebracht bevor ich zum Fernsehen gegangen bin ;)

@RollingBone: Also den Zaubertrick zeigst du mir wie die Bahn ins Ausland abwandern :lol: ach und auf Golfplätze können wir gerne verzichten ;)



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BeitragVerfasst: 11.06.2013 22:04 
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RollingBone hat geschrieben:
Ich denke, dass die "doppelte Atomwende" - also erst den von Rot-Grün eingeleuteten Atomausstieg wieder rückgängig zu machen (Dank dem Einfluss der Atomlobby) um dann nach Fukushima festzustellen, dass die ach so sicheren deutschen Kraftwerke vielleicht doch nicht soooo sicher sind (bzw. das berühmte Restrisiko besteht; die japanischen galten doch auch als todsicher ...) - den Atomausstieg richtig teuer gemacht hat.
Wenn der Einfluss der Atomlobby angeblich sooo groß war, wie hätte denn dann der Umfaller passieren sollen?
RollingBone hat geschrieben:
Und: dass die Strompreise jetzt so steigen, liegt ja wohl kaum am Atomausstieg, sondern eher an der Abzocke der Stromkonzerne, die Dank Rösler & Co. ja nach wie vor weitgehend Narrenfreiheit haben.
Na dann Rolle, erklär' mir doch mal, wie man, wenn man Strom der in der Erzeugung etwa 2 ct/kWh kostet, durch Strom ersetzt, für den der Erzeuger eine garantierte Einspeisevergütung von 12 ct/kWh bekommt, und diesen dann, weil die Abnahme dem Erzeuger ja auch für 12 Jahre garantiert wird, für einen negativen Preis ins Ausland "verkauft" (sprich, wir zählen sogar noch drauf, damit wir anderen Ländern den Strom in deren Netz "drücken" dürfen), bei uns den Strompreis stabil halten sollen! Außerdem erkläre das doch auch bitte den tausenden Ex-e.on und Ex-RWE-Mitarbeitern, die jetzt ihre Jobs verlieren, weil die Kraftwerke ihren Strom an der Strombörse nicht mehr absetzen können.
RollingBone hat geschrieben:
Hab mal im schweizer Fernsehen eine Reportage gesehen, in der sich schweizer Betreiber von z.B. Wasserkraftwerken über die Dumpingpreise von deutschem Strom auf dem europ. Markt beschwert haben ...
Das ist auch wieder nur die Überproduktion, die bei uns noch abgesetzt werden kann. Abgesehen davon, das wir do Energieversorgung bei uns völlig unwirtschaftlich machen, verscherzen wir es uns also auch noch mit unseren Nachbarn.
RollingBone hat geschrieben:
Warum war der saubere und billige Atomstrom bisher so billig: Weil Abtransport, Entsorgung & Co. vom Atommüll nicht von den Stromgebühren bezahlt wurden, sondern Monat für Monat mit unserer Steuer eingezogen wurde.
Da irrst du allerdings ganz gewaltig, Rolle. Das steckte bisher alles im Strompreis, sogar ein großer Teil der Kosten für die Polizeieinsatz bei den Transporten der verglasten hochradioaktiven Glaskokillen nach Gorleben. Die gesamten Subventionen für die Kernenergie seit den 50er Jahren betragen ca. 55 bis 60 Milliarden € (auf heutiges Preisniveau umgerechnet). Für regenerative Energien hatten wir allein an Öko-Strom-Umlage, also eine ganz klassische Subvention, bis Anfang letzten Jahres schon mehr als das doppelte ausgegeben. Im vergangenen Jahr kamen ca. 32 Milliarden dazu, in diesem werden es über 40 Milliarden werden, Tendenz weiter steigend.
RollingBone hat geschrieben:
Wenn alternative Energien ebenso steuerlich gefördert werden, wie die jahrelange Milliarden-Subvention der Atomindustrie, wäre der Strom in Zukunft sicher auch wieder bezahlbar
..., weil wir, wenn der regenerative Strom nicht so extrem gefördert werden würde, wie es jetzt der Fall ist, sondern nur so wenig, wie die Kernenergie gefördert wurde, keinen Öko-Strom mehr hätten
RollingBone hat geschrieben:
... ganz abgesehen von den "Entlastungen" für Grossverbraucher, die sonst ins Ausland abwandern würden (wie Bahn, Golfplätze, etc.)
Die sind bei den von dir genannten Beispielen wirklich unsinnig. Übrigens ist die Deutsche Bahn, die ja mit 100% Öko-Strom wirbt, nach wie vor am Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar beteiligt und deckt von dort einen erheblichen Anteil an ihrem Strombedarf.


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BeitragVerfasst: 11.06.2013 23:16 
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Nach Fokushima hätte keine Lobby der Welt noch was ändern können. In der öffentlichen Warnehmung war das Thema einfach durch. Noch dazu das zu dieser Zeit Wahlen anstden und ein ehemaliger Ministerpräsident sich damals sehr weit mit der "Stromlobby" verbündet hat. (alles sehr gut Dokumentiert.)



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BeitragVerfasst: 12.06.2013 05:00 
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Elwoodjblues hat geschrieben:
Nach Fokushima hätte keine Lobby der Welt noch was ändern können. In der öffentlichen Warnehmung war das Thema einfach durch. Noch dazu das zu dieser Zeit Wahlen anstden und ein ehemaliger Ministerpräsident sich damals sehr weit mit der "Stromlobby" verbündet hat. (alles sehr gut Dokumentiert.)
Damit hast du vollkommen Recht und das war auch der einzige Grund für den Ausstieg. Genützt hat es damals weder Mappus noch der CDU insgesamt. Das Land Baden-Württemberg ist ja Hauptgesellschafter der EnBW und der Grüne Winfried Kretschmann damit Betreiber zweier noch laufender AKW. :lol: Übrigens ist das Thema wirklich nur bei uns in Deutschland "durch" und im Rest der Welt lacht man sich über "the German Angst" kaputt.

Beim folgenden Stresstest hat sich die Sicherheit unserer Kernkraftwerke (auch der abgeschalteten) noch einmal gezeigt.

Und was die Entsorgung angeht, nun, das ist genau mein Metier und da kann ich wirklich sagen, technisch ist das gelöst. Dass wir bis heute kein Endlager haben (jetzt wieder ganz von vorne anfangen zu suchen und am Ende wird es wie in zwei vorausgegangenen Auswahlverfahren dann doch wieder Gorleben, weil Steinsalz gegenüber allen anderen geologischen Formationen einfach unübertroffene Eigenschaften hat), liegt nur daran, dass es von einer Minderheit erfolgreich politisch verhindert werden konnte.



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BeitragVerfasst: 12.06.2013 08:10 
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Den stresstest hätte man sich auch sparen können. Wenn man einen Test so gestaltet das man ihn nur bestehen kann ist das auch keine Kunst.

Edit:

Links:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-11/akw-stresstest-eu

http://www.tagesschau.de/ausland/akw-stresstest104.html


Die wichtigste Frage bleibt ja noch: Warum sollten wir auf so eine gefährliche Technik setzen wenn wir auch gut darauf verzichten können?



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BeitragVerfasst: 12.06.2013 11:28 
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Elwoodjblues hat geschrieben:
Den stresstest hätte man sich auch sparen können. Wenn man einen Test so gestaltet das man ihn nur bestehen kann ist das auch keine Kunst.

Edit:

Links:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-11/akw-stresstest-eu

http://www.tagesschau.de/ausland/akw-stresstest104.html


Die wichtigste Frage bleibt ja noch: Warum sollten wir auf so eine gefährliche Technik setzen wenn wir auch gut darauf verzichten können?


Das war ja wohl nicht mal ein Stresstestchen ...

Warum wir auf die Atomenergie setzen sollen: Weil die Atommafia dann weiter Milliarden kassieren kann ....

Zum Thema Entsorgung von Atom-Müll: Im Ärmelkanal rosten unzählige Fässer Atom-Müll am Grund, die damals in den 70er Jahren (weiss die Jahreszahl nicht mehr, die in der TV-Reportage genannt wurde) legal als "sicher" dort hin entsorgt wurden. Und in Italien verdient die Mafia (vielleicht weniger offiziell) Millionen, in dem sie Atom-Müll samt alten, rostigen Schiffen im Meer versenkt ...



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BeitragVerfasst: 12.06.2013 11:30 
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kein Wunder, dass die Meere sich erwärmen, bei den ganzen heizstäben, die da rumliegen



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